Was ist eine Grenze?
- Katrin

- 22. Juli
- 1 Min. Lesezeit
Ich habe heute mit meiner Tochter gemalt - es sind Sommerferien. Der Stift formte einen Fluss mit großen Steinen und schweren Felsen. (Zugegebenermaßen, ich habe andere Talente ;-)). Ich betrachtete mein gemaltes Bild während ich Stein für Stein forme und dachte dann über das Wort „grenzenlos" nach.
Irgendwas daran fühlte sich nicht stimmig an. Es ist die Fehlinterpretation und missliche Umsetzung in der Szene wo man neuerdings nur Sein muss. Es ist wie die "bedürfnissoriente Erziehung", nun auch das "Grenzen ziehen", dass plötzlich zu einem Ding geworden ist. Macht man so, ist gut, macht jeder so, mache ich also auch. Und ich stelle fest, die Werte die mir wichtig sind, haben dann bei dieser neuen Modeerscheinung keinen Platz mehr. Auf dem Wort liegt die negative Bewertung meinerseits drauf und wieso es mich zum tieferen verstehen bewegt.
Ich denke weiter nach.
So höre ich es die Menschen sagen, wie sie es in Verbindung mit ihrem Wunsch nach mehr Lebensfluss aussprechen. Auch ich begebe mich öfter in einen Zustand grenzenlosen Denkens, um zu schauen, was sich dort in der Ferne verbirgt. So kann man Grenzen also auch kategorisieren – in körperliche, mentale und geistige Grenzen. Und paradoxerweise braucht es gerade Grenzen, damit der Fluss fließen kann. Ich spreche von natürlichen Grenzen, die unseren Kern schützen: von denen des Selbstrespekts, der Selbstliebe und der Selbstwahrnehmung. Niemals tun diese Grenzen anderen weh, weil sie reinen Herzens sind. Viel lieber gefällt es mir, wenn ich Grenzen als etwas betrachte, das man in Ehren trägt. Ja, ich ehre und würdige mich – so wie mir, so auch dir.
Das wünsche ich uns allen.

.png)
Kommentare